Das Girokonto heute

Ein Girokonto kann heute sowohl als Einzelkonto, wie auch als Gemeinschaftskonto eröffnet werden. Dazu muss ein Girovertrag zwischen dem Kreditinstitut und der Privatperson abgeschlossen werden, die das Konto eröffnen möchte und die zugleich der Kontoinhaber ist. Für die Führung des Girokontos berechnet die Bank dem Kontoinhaber in der Regel eine Kontoführungsgebühr. Zinsen zahlen die meisten Institute auf ein Girokonto nicht. Jedoch werden üblicherweise Überziehungszinsen berechnet.

Girokonto/
Anbieter
Grundpreis

Habenzins

Kreditkarte (p.a.) Dispozins Angebot
Ansehen
0,00 € 0,50 % 0,00 € 7,50%
0,00 € 0,00 % 20,00 € 11,15%
0,00 € 0,70 % 0,00 € 11,75 %
0,00 € 0,25 % 0,00 € 8,00 %
0,00 € 0,00 % 30,00 € 8,99 %
0,00 € 1,05 % 0,00 € 7,90 %
0,00 € 0,00 % 0,00 € 12,30 %
0,00 € 0,25 % 0,00 € 9,75 %
0,00 € 1,20 % 0,00 € kein Dispo

Girokonten für Privat- und Geschäftskunden

Banken unterhalten für Privat- und Geschäftskunden Girokonten. Anders als Sparkonten oder Wertpapierdepots verbuchen Girokonten täglich fällige Gelder, die keiner Kündigungsfrist unterliegen. Diese Gelder werden auch als Sichteinlagen bezeichnet. Bei Privatkunden handelt es sich um natürliche Personen, die rechtsfähig und voll geschäftsfähig sind. Beim "Geschäftskonto" kann es sich um Unternehmen, Personen- oder Kapitalgesellschaften, juristische Personen oder Vereine handeln. Neben dem Kontoinhaber kann auf Wunsch ein Bevollmächtigter eingesetzt werden, der ähnliche Rechte und Pflichten wie der Kontoinhaber hat. Die Bezeichnung des Girokontos muss über den Kontoinhaber und den wirtschaftlich Berechtigten Auskunft zu geben.
Grundlage der Geschäftsbeziehung zwischen dem Kunden und der Bank ist der Kontovertrag. Nachdem der Kunde den Antrag auf Eröffnung eines Girokontos gestellt hat prüft die Bank den wirtschaftlichen Hintergrund des Kunden anhand einer Schufa Auskunft. Sind hierin keine negativen Merkmale verzeichnet nimmt die Bank den Antrag an. Der Kontovertrag wird in Schriftform verfasst und beinhaltet persönliche Daten des Antragstellers. Bestandteil des Vertrages sind auch die allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Rechte und Pflichten der Vertragspartner bestimmen. Sowohl der Vertrag als auch die AGB sind dem Kunden auszuhändigen.

Girokonto auf Guthabenbasis oder mit Dispositionskredit

Sie suchen das richtige Girokonto?

Girokonten dienen nicht dem Vermögensaufbau, da das Guthaben in den seltensten Fällen verzinst wird. Girokonten dienen vielmehr der Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Hierzu zählen Daueraufträge, Überweisungen, Lastschriften und Schecks, die zu Gunsten oder zu Lasten des Kontos verbucht werden. Bei Girokonten für Privatpersonen unterscheidet man zwischen Einzel- und Gemeinschaftskonten, je nach Anzahl der Kontoinhaber.
Gemeinschaftskonten werden häufig von Paaren oder Eheleuten in Anspruch genommen. Wahlweise kann die Verfügungsgewalt jedem Kontoinhaber oder nur allen Kontoinhabern gemeinsam erteilt werden. Im Falle der gemeinschaftlichen Verfügung kann allerdings keine EC Karte ausgegeben werden. Für Einzelkonten kann problemlos eine EC Karte und je nach finanzieller Situation auch eine Kreditkarte ausgegeben werden. Die EC Karte dient der bargeldlosen Bezahlung in Geschäften und der Bargeldbeschaffung an Geldautomaten. Die Kreditkarte verfügt über die gleichen Funktionen und kann darüber hinaus auch im Ausland und im Internet benutzt werden.
Girokonten können entweder auf Guthabenbasis oder mit eingeräumtem Kredit in Form vom Dispositionskredit geführt werden. Die Abrechnung des Girokontos erfolgt quartalsweise. Zu diesem Zeitpunkt wird gegebenenfalls die Kontoführungsgebühr belastet, wobei für Schüler, Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Jugendliche das Girokonto kostenlos ist.  Darüberhinaus bieten Banken zunehmend auch für andere Personengruppen kostenlose Girokonten an.

Ein Girokonto: Was ist das?

Ein Girokonto, oft auch als Sichtkonto bezeichnet, ist im normalen Alltag für jeden Bürger das wichtigste Konto, das er unterhält. Hier wird das Gehalt eingezahlt. Vom Girokonto gehen schließlich die Miete, die Raten für das Auto und die monatlichen Gebühren für die Kita ab. Rein banktechnisch betrachtet, handelt es sich bei jedem Girokonto um ein Kontokorrentkonto, das die jeweilige Hausbank für den Kunden führt, indem sie Einzahlungen zu Gunsten und Abbuchungen zu Lasten des jeweiligen Kunden verbucht und somit den privaten Zahlungsverkehr abwickelt.

Die Entwicklung des Girokontos vom 11. Jahrhundert bis heute

Vermutlich gab es Vorformen des heutigen Girokontos, auf denen Gut- oder aber auch Lastschriften verbucht worden sind, bereits im Oberitalien des 11. Jahrhunderts. Allerdings begann erst im 14. Jahrhundert mit der Vielzahl an schriftlichen Zahlungsanweisungen auch überregional nunmehr der gewaltige Siegeszug des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. In Deutschland begann der Giroverkehr vermutlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einer Hamburger Bank. Erst mit der Gründung der Deutschen Reichsbank, im Jahre 1875, wurde der Giroverkehr nunmehr auf das gesamte Reichsgebiet ausgedehnt. Allerdings blieb der Besitz eines Girokontos seinerzeit noch Wohlhabenden und großen Firmen vorbehalten. Dies änderte sich kaum ein Jahr später, als die Reichspost dem Reichstag nahelegte, den Postüberweisungs- und Scheckverkehr generell reichsweit einzuführen. Ab dem Jahre 1908 wurde diese Idee dann in Deutschland Realität. Das moderne Girokonto war nun flächendeckend in ganz Deutschland eingeführt. Löhne und Gehälter wurden nun bargeldlos auf die Konten überwiesen, Mieten und andere Kosten wurden direkt abgebucht. Dennoch dauerte bis weit nach 1960, ehe in Deutschland die letzten Firmen die Barauszahlung per Lohntüte abschafften und bis die Großbanken die Lukrativität auch des Privatkundengeschäftes entdeckten. Im Jahre 1995 wurde dann eine Empfehlung ausgesprochen, die die gewachsene Bedeutung eines Girokontos in jeder modernen Volkswirtschaft dokumentiert und untermauert. Demnach sollte es jedem Bürger ermöglicht werden, ein Girokonto zu eröffnen, das allerdings nur auf Guthabenbasis funktionierte und keinerlei Überziehung zuließ.

Girokonto